Nachbarinsel · Naturschutzgebiet

Der Ruden
Zwischen Rügen und Usedom

Ein kleines, faszinierendes Eiland im Greifswalder Bodden — mit Geisterturm, UFO-Legende, Kegelrobben und einer bewegten Geschichte als Grenzstation der DDR.

Auf einen Blick
Greifswalder Bodden
Lage
unbewohnt
Status heute
1925
Naturschutzgebiet seit
1941
Geisterturm erbaut
1978
UFO-Sichtung
1999
Turm restauriert
Impressionen
Faszinierende Geschichten
🏫 Geschichte der Insel Ruden
Der Name „Ruden“ könnte vom slawischen „Rudin“ (von „rod“ = Geschlecht, Heimat) oder „rotŭ“ (Rodeland) stammen, möglicherweise auch von „ruda“ (Eisenerz) oder dem germanischen „Rud-ön“ (roden, entwurzeln). Die Insel wird seit mindestens 1584 in Karten als „Ruden“ erwähnt, etwa in der Lubinschen Karte von 1618.

Erstmals 1254 als „portus Ruden“ erwähnt, war die Insel Teil einer Landbrücke, bis die Allerheiligenflut von 1304 sie trennte. Im Mittelalter diente sie als Zufahrtsweg zu Stralsund und Greifswald. Ab 1648 wurde der Ruden unter dänischer und später schwedischer Kontrolle als Lotsen- und Zollstation genutzt, mit vier Familien im 17. Jahrhundert. Nach dem Wiener Kongress 1815 ging er an Preußen, und 1861 entstand ein Lotsenturm. Während des Zweiten Weltkriegs, 1940–1941, baute die Heeresversuchsanstalt Peenemünde einen Messturm zur V2-Raketenbeobachtung, später „Geisterturm“ genannt. In der DDR-Zeit, ab 1961, wurde die Insel eine Grenzstation, um Fluchtversuche zu verhindern. 1925 zum Naturschutzgebiet erklärt, beherbergt der Ruden heute seltene Arten wie Kegelrobben. Nach 1990 übernahm die Gemeinde Kröslin die Verwaltung, und 1999 wurde der Turm restauriert.
🚀 Der „Geisterturm“ und die Raketenversuche
Der „Geisterturm“ auf der Insel Ruden ist mehr als nur ein historisches Bauwerk — er ist ein Ort geheimnisvoller Geschichten und unerklärlicher Phänomene, der Geschichte und Grusel vereint.

Eine unheimliche Legende umgibt den „Geisterturm“ der Insel Ruden, ein 20 Meter hoher Backsteinturm. Erbaut 1941 während des Zweiten Weltkriegs von der Heeresversuchsanstalt Peenemünde, diente er als Messturm zur Beobachtung der V2-Raketenflugbahnen, ausgestattet mit Messinstrumenten und einer Flakbatterie. Nach Kriegsende, unter sowjetischer und später DDR-Kontrolle, verfiel er und stand verlassen da, was ihm seinen unheimlichen Namen einbrachte. Fischer berichteten, dass der Turm bei Nebel wie ein gespenstischer Schatten wirkte, begleitet von seltsamen Geräuschen — vermutlich Wind, der durch Risse pfiff. In der DDR-Zeit nutzten Grenzsoldaten ihn zur Überwachung, doch ein Soldat aus den 1970ern behauptete, nächtliche Schatten gesehen zu haben, was die Legende nährte. 1999 restauriert, beherbergt er heute ein Museum und bietet Ausblicke über den Bodden.
🚀 UFO-Sichtung auf der Insel Ruden (1978)
1978 erschütterten mysteriöse Lichter über Ruden die DDR-Grenzsoldaten. Die unerklärliche UFO-Sichtung am „Geisterturm“ bleibt bis heute ein faszinierendes Rätsel — zwischen Militärgeheimnis und überirdischem Phänomen.

Der Vorfall ereignete sich an einem nebligen Herbstabend, als ein Grenzsoldat der DDR-Volksmarine während seiner Patrouille ein ungewöhnliches, leuchtendes Objekt am Himmel über der Insel bemerkte. Das Objekt, beschrieben als ein pulsierendes Licht ohne klare Form, schwebte laut dem Bericht etwa zehn Minuten, bevor es abrupt verschwand. Die Meldung löste unter den Soldaten Unruhe aus, doch die offizielle Untersuchung der Volksmarine blieb ergebnislos, und der Vorfall wurde archiviert. Manche spekulieren, es könnte ein Wetterphänomen oder ein militärisches Experiment gewesen sein, angesichts der Nähe zu Peenemünde, wo V2-Raketen getestet wurden. Andere sehen darin einen Hinweis auf außerirdische Aktivität. Die Geschichte verbreitete sich unter Einheimischen und wurde mit dem „Geisterturm“ verknüpft. Obwohl keine Beweise vorliegen, bleibt die Sichtung ein beliebtes Thema unter UFO-Enthusiasten.
📖 Krimi-Hörspiel „Todesschrei auf Ruden“
„Todesschrei auf Ruden“ — ein nächtlicher Schrei zerreißt die Stille. Inselisolation, ein rätselhafter Mord und der unheimliche Geisterturm verschmelzen zu einem Fall zwischen Realität und Legende.

Das Hörspiel „Todesschrei auf Ruden“, Teil der Reihe „Insel-Krimi 25“, entführt die Zuhörer in die düstere Atmosphäre der kleinen Ostseeinsel im Greifswalder Bodden. Die Handlung beginnt mit einem schaurigen Schrei, der die Insel in der Nacht durchdringt. Ein erfahrener Kommissar wird auf die Insel geschickt, um den Fall zu lösen, doch die Spuren führen ins Leere — bis er auf alte Legenden und Geheimnisse der Insel stößt, die mit dem „Geisterturm“ und der rauen Vergangenheit des Rudens verknüpft sind.
🚥 Republikflucht in der DDR-Zeit
Die Insel Ruden, ein kleines Eiland im Greifswalder Bodden zwischen Usedom und Rügen, birgt eine faszinierende Episode aus der DDR-Zeit, die von der Verzweiflung und dem Mut eines Fluchtversuchs zeugt.

Ab 1961, nach dem Bau der Berliner Mauer, verstärkte die DDR die Überwachung ihrer Ostseeküste, und der Ruden, strategisch im Greifswalder Bodden gelegen, wurde eine militärische Grenzstation. Ein bemerkenswerter Fluchtversuch ereignete sich 1963, als ein Fischer aus Kröslin die Insel als Zwischenstation nutzen wollte, um nach Dänemark zu entkommen. Mit einem kleinen Ruderboot erreichte er nachts den Ruden und versteckte sich in den Dünen, in der Hoffnung, ein westliches Schiff zu finden. Tage vergingen, doch die Volksmarine, unterstützt durch Suchhunde, entdeckte seine Spuren und nahm ihn fest.
⚓ Archäologische Unterwasserfunde
Jahrhundertealte Schiffswracks, versunkenes Silber und militärische Relikte. In der Tiefe schlummern Geheimnisse von Handel und Krieg — konserviert im kalten Dunkel des Greifswalder Boddens.

Die Gewässer rund um die Insel Ruden im Greifswalder Bodden bergen eine faszinierende Welt archäologischer Unterwasserfunde. Besonders beachtenswert sind Wracks aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die auf Handelsrouten hinweisen. Eine Legende erzählt von einem dänischen Handelsschiff, das mit Silber beladen sank, doch sein genauer Standort bleibt ungeklärt. Moderne Taucher und Unterwasserarchäologen stoßen gelegentlich auf Keramik, Metallteile und Anker.

Quellen: Wikipedia (de.wikipedia.org, Ruden (Insel)), gewaesser.rudern.de, urlaubs-insel-usedom.de, mv-trip.de, meer-usedom.de
Optionaler Abstecher zur Tour SZ
Separat zubuchbar
🏝 Abstecher zur Insel Ruden
Als optionaler Abstecher zur Tour SZ (Stettin-Tour) buchbar. Der Ruden liegt nördlich von Peenemünde direkt auf der Route — auf Anfrage fliegen wir einen kurzen Bogen über die Insel.
200
Aufpreis pro Gruppe
Besuchen
Besuchen kann man die Insel mit der Apollo-Reederei ab PeenemündeKombitour Insel Ruden & Kegelrobben →

Den Ruden aus der Luft erleben

Als Abstecher zur Tour SZ — auf Anfrage zubuchbar.

Quellen: Wikipedia (de.wikipedia.org, Ruden (Insel)) und gewaesser.rudern.de, urlaubs-insel-usedom.de, mv-trip.de, meer-usedom.de